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1. Reise in die Ostsee

Reiseroute

Nachdem die “Lioba” im Winterlager überholt, etliche Umbauten vorgenommen und vor allem die elektrische Anlage neu erstellt worden war, wollte ich in der neuen Saison natürlich mit meinem Boot in Urlaub fahren. Da ich unschlüssig über das Ziel war, ließ ich mich von einem Wassersportkollegen meines alten Vereins, dem WVG, zu einer Fahrt in die Ostsee verleiten. Während dieser schon ein paar Mal mit seinem Kajütgleiter die Ostsee bereist hatte und in Vereinskreisen als “erfahrener” Ostseekenner galt, war ich noch nie mit eigenem Boot dort. Meine Erfahrungen beschränkten sich auf  heimische Gewässern, die ich mit kleinen Booten befahren hatte. Ochtum, Hamme, Wümme, Lesum und die Weser bis Bremerhaven gehörten zu den Gewässern, bei denen ich mich auskannte. Meinen Segelschein “Binnen” hatte ich zwar vor Jahren bei einer Segelschule in Steinhude am Steinhuder Meer gemacht, als ich dort einen Urlaub verbrachte, war aber seit dem nie wieder gesegelt.

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Dann ging es los. Insgesammt waren wir  8 Personen, verteilt auf  4 Boote. Wellenbinder mit Karsten und Carsten, Stephan mit seiner “Bonito”, Kajütgleiter, “Kiki” mit Renate und Peter - die “Lioba” mit Marlo, Timo und mich sowie Kater “Moritz”. Da die Fahrtbeteiligten aus drei verschiedenen Wassersportvereinen kamen, haben wir uns an der Steganlage des VWG in der Lesum getroffen. Nach einer kurzen Lagebesprechnung ging es am späten Nachmittag mit ablaufendem Wasser in Richtung Bremerhaven. Dabei hatten wir vereinbart, dass die beiden Wellenbinder und das Kajütboot voraus fuhren. Bei den Booten handelte es sich um Gleiter, deren Reisegeschwindigkeit wesentlich höher liegt als die des Verdrängers “Lioba”. In der Geestemündung in Bremerhaven wollten wir uns wieder treffen.

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Mündung der Lesum in die Weser

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schnell unterwegs - “bonito”

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Fährhaus Farge

Es war eine ruhige Fahrt bei wechselhaftem Wetter. Obwohl schon so oft gefahren, ist die Fahrt auf der Weser jedesmal ein Erlebnis. Es gibt immer neues zu Entdecken. Vorbei am U-Boot Bunker “Valentin”.

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U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Farge

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Voraus die “Fettpier” von Brake. Ab hier war ich allein auf der Weser. Die Kollegen waren schon weit voraus mit ihren Booten

1. Etappenziel erreicht. Einfahrt in die Geeste. Die Weserfähre “Bremerhaven” kommt entgegen und setzt über nach Blexen (Nordenham). Am Anleger des KVU  hinter der alten Geestebrücke wurde festgemacht, wo nach kurzer Zeit der “Hafenbaas” der Stadt Bremerhaven erschien und uns wegscheuchen wollte. “Dort dürft ihr nicht liegen”. Wir hatten aber die Genehmigung des Vereins - und Heinz Meints musste unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Weserfähre Bremerhaven - Blexen

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Die alte Geestebrücke. Im Hintergrund der Kanuverein

Am nächsten Morgen ging es dann weiter. Wir wollten in einem Rutsch bis Otterdorf fahren. Bei Niedrigwasser die Geeste bis zum Tidensperrwerk und Schleuse. Dort angekommen warteten schon etliche Sportboote auf Schleusung.

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Abendstimmung an der Geeste

Da die Anlegemöglichkeiten vor der Schleuse sehr begrenzt sind, mussten wir in Geeste dümpeln und ständig neu verholen, wenn wir zu sehr abtrieben, uns dem Ufer näherten oder entgegenkommenden Boote ausweichen mussten. Fast zwei Stunden dauerte es, bis wir im oberen Lauf der Geeste waren. Hier konnten wir endlich mit der unglaublichen Geschwindigkeit von 8 Kmh weiterfahren. 55 Kilometer bis Otterndorf, also frühesten in 7 Stunden durften wir in Otterndorf ankommen. Irgendwo habe ich mal gelesen, “Es beginnt mit einer gemütlichen Kanalfahrt, entweder in Bremerhaven an der Weser oder in Otterndorf an der Elbe. Mit gemütlichen 8 km/h lernen sie die Schönheit der Norddeutschen Tiefebene kennen. Moore, kleine Geestrücken und eine wunderschöne Landschaft.” - Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Es gibt nichts langweiligeres und ermüdendertes, als durch die moorige Landschaft des Hadelner Kanals zu fahren. Man muß schon eine rosarote Brille aufhaben, um dem Elbe-Weser-Schiffahrtsweg “Schönheit” abzugewinnen. - Augen zu und durch. Ich bevorzuge beim Weg in die Ostsee die Fahrt über die Nordsee. Obwohl weiter, gelange ich an einem Tag von Bremerhaven bis in den NOK, Ausweichstelle Dükerswisch, Nähe Hochdonn, wo man sehr gut übernachten kann. Lediglich bei Sturm benutze ich noch den Hadelner-Kanal.

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stillgelegte Werft in der Geeste (Geeste Metallbau)

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seltene Begegnung im Kanal

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Tidensperrwerk. Ansicht vom Oberwasser.

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eine der wenigen reizvollen Landschaftsabschnitte

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“Bad” Bederkesa. Für das Liegen an solch marodem Steg, der bei höherem Wasserstand auch schon mal unter Wasser ist, werden gepfefferte Preise verlangt, ab dem  2. Tag auch noch “Kurtaxe”.  Weiterfahren! Wer unbedingt in Bederkesa übernachten will, sollte das kostenfrei bei der Schleuse Lintig machen, ca 2 Km vor Bederkesa.

Unfallträchtiger Steg in Bederkesa

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Schleuse Otterndorf

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Nach einer ruhigen Nacht vor der Schleuse Otterndorf im Hadelner Kanal, wurde um 10.30 - eine Stunde nach Hochwasser in Brunsbüttel, geschleust. Der “alte” Schleusenmeister war wieder in seinem Element. Es ging auch nicht ohne Ärger ab. Da das Schiffsaufkommen sehr groß war, die großen Boote zuerst in die Schleuse fahren sollten, war für die kleinen Wellenbinder kein Platz mehr. Da die aber am Vorabend schon vor nachfolgenden Booten an der Schleuse angelangt waren, kam es zu dem Ärger. Der Schleusenmeister versicherte zwar, er würde noch einmal schleusen, aber die Wellenbinder wollten darauf nicht eingehen und fuhren in die Schleuse. Die nachgefolgten Großboote können ja bei der zweiten Schleusung mitgenommen werden.- Oui - da war aber was los. Der Schleusenmeister weigerte sich, überhaupt zu noch schleusen - gab aber letzendlich den Forderungen der Skipper nach. - Naja, man kannte ihn ja. . . Der alte Schleusenmeister in Otterndorf hatte einen Ruf wie ein Donnerhall.

Yachthafen Otterndorf in der Medemmündung

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Abendlicher Blick auf Kanalmündung in die Medem.

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. . . und am nächsten Morgen. Im Hintergrund die Elbe

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auf der Elbe

Bei schönem Wetter ging es die Elbe flussaufwärts zur Schleuse Brunsbüttel. Von dort in den Nord-Ostsee-Kanal - auch “Kiel-Kanal” genannt, nach den Rufzeichen der Funkstationen.

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Schleuseneinfahrt Brunsbüttel

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Luftbild der Schleusenanlage Brunsbüttel

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im Kanal

Unser neues Etappenziel war die Wendestelle Dükerswisch, Kanalkilometer 20,6 Nähe Hochdonn. In der Seeartigen Wendestelle sind gute Liegemöglichkeiten an den dort geschlagenen Dalben. Auch der Campingplatz “Klein Westerland” ist in unmittelbarer Nähe - mit allen Versorgungsmöglichkeiten.Ein kleiner Badestrand ist ebenfalls vorhanden. Meine Kollegen mit ihren kleinen Booten konnten dort wie gewohnt ans Ufer fahren. Ihr Landgang war somit kein Problem. Ich habe es auch probiert, bin auch so nahe ans Ufer gekommen, dass ich ebenfalls an Land konnte - aber beim ersten großen Schiff, welches im Kanal an der Wendestelle vorbeifuhr, lag die Lioba auf der Seite, weil der Sog der Schiffe viel Wasser aus der Bucht saugte. Ich musste also an den Dalben festmachen und mit einem kleinen Badeboot an Land paddeln. Damals hatte ich noch kein Beiboot. Obwohl offizielles Liegen nur für eine Nacht vorgesehen ist, sind wir dort zwei Tage geblieben.

Eisenbahnbrücke Hochdonn

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Liegestelle mit Badestrand im NOK

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Ein schönes Stück Natur

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“Traumschiff” im Kanal

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Autobahnbrücke Schafstedt, NOK-Km 25

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Eisenbahnhochbrücke Rendsburg mit Schwebefähre

Am 3. Tag ging es weiter. Der Nord-Ostsee-Kanal ist der einzige Kanal, den ich gerne befahre. Es gibt immer was zu gucken. Reger Schiffsverkehr herrscht im Kanal. Die Begegnung mit den “großen Pötten”, die dicht an einem vorbei fahren, ist schon ein Erlebnis. - Wir wollten die 78 Km die noch vor uns lagen in einem Rutsch durchfahren, mit lediglich einem kleinen Tankstopp in Rendsburg. Die kleinen Boote brauchten Spritnachschub.

In der Schleuse Kiel-Holtenau

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Liegestelle in Holtenau hinter der Schleuse, Kieler Förde

Sprit haben wir in Rendsburg bunkern können, aber kein Trinkwasser in ausreichender Menge. Leider auch nicht an der Liegestelle in Kiel-Holtenau. Trinkwasser ist auch dort nur Kanisterweise an dem Toilettenhäschen an der Stegtreppe zu haben. Ich brauchte aber ca 200 Liter.

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Kiel-Holtenau, Liegemöglichkeit bis zu 4 Tage gegen Entgeld

Also entschlossen wir uns, nach Laboe überzusetzen und im dortigen Yachthafen zu nächtigen. Gesagt - getan. Unsere “Zigeunerarmada” drang in den mondänen Yachthafen von Laboe ein. Diese Blicke von den Eignern der dort liegenden Luxusyachten . . . Gleich rechts  nach der Hafeneinfahrt war links neben einer 20 m Motoryacht war noch eine Box frei. Das Schild stand auf “grün”. Breit genug, um das Kajütboot “Kiki” längsseits zu nehmen. Auf dem Achterdeck der Motoryacht saß eine über die Maßen aufgetakelt “Fregatte” und lackierte sich die Fingernägel. Als wir Anstalt machten, die Box zu belegen, kam Bewegung in die Dame: “Hier können Sie nicht anlegen. Den Platz haben wir auch bezahlt und für uns reserviert, damit wir freien Blick auf den Hafen haben.” - Tzz..... da kannte die Dame aber den Eigner der “Lioba” nicht. - Gar nicht um kümmern.- “Lassen wir den Hafenmeister entscheiden.” war meine Antwort. “Der kommt erst Morgen früh wieder” - “Na, dann warten wir eben bis morgen früh, die Box ist frei, das Schild signalisiert das und somit bleiben wir hier liegen. Basta! Morgen früh fahren wir sowieso weiter” Die beiden Wellenbinder kamen auch noch unter. Nachdem ich Wasser gebunkert hatte, stand einem erkundlichem Landgang nichts mehr im Wege. Die “Dame” hat zwar noch eine ganze Weile herumlamentiert, aber da wir außer ein paar spöttischen Bemerkungen auf keine weiteren Argumente eingingen, gab sie ihr Protestgezetere bald auf und verzog sich unter Deck - Grins . . .

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Karsten und Carsten in voller Fahrt

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Laboe voraus

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 Mit Blick auf die Kieler Förde

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Am Strand

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In der Förde, Leuchturm Friedrichsort

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Hafen von Laboe

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Am Marinedenkmal

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Strandpromenade

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U 995

Pünktlich um 7.00 Uhr des nächsten Morgens ging es in Richtung Fehmarn. Da der Hafenmeister noch nicht erschienen und  am Hafenbüro kein Briefkasten war, konnten wir die Liegegebühr nirgens entrichten. Bei unserer knappen Urlaubskasse ein durchaus begrüßenswerter Umstand. - Am Vorabend hatte wir noch versucht herauszufinden, ob Schießübungen in der Howachter Bucht vorgesehen waren, es konnte uns aber niemand eine verlässliche Auskunft geben. UKW-Funk hatte ich noch nicht an Bord - so fuhren wir denn aufs Geratewohl zur Glockentonne in der Kieler Förde. Von dort wollten wir den Kiel-Fehmarnsund-Weg durch die Hohwachter Bucht fahren. Wenn Schießübungen stattfänden, würde uns die Bundesmarine schon warnen.

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Blick zurück zum Hafen

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In Richtung Glockentonne

Nun, direkt zur Glockentonne brauchten wir bei unserem geringen Tiefgang nicht fahren. Wir hielten uns mehr an Steuerbord, um die Tonne WK 2 anzusteuern. Dabei geriet “Kiki” allerdings zu weit unter Land. Ein Glück für ihn, dass plötzlich mitten im Wasser, ihm voraus auf einer Sandbank ein Angler stand. So konnte er noch rechtzeitig wieder ins tiefere Wasser ausweichen. Ja, ja, der “erfahrene Ostseefahrer” Peter. Anliegender Kurs laut Kompass 68 Grad. Genau auf Tonne 1 des Kiel-Fehmarnsund-Weges zu. Wenn nicht geschossen würde, könnten wir in ca 4 Std die Fehmarnsund-Brücke erreichen. Aber ...Pustekuchen. Natürlich war in der Howachter Bucht eine Schießübung angesagt. Wir waren ca auf 2 Seemeilen an Tonne 1 herangekommen, als sich uns ein Schiff der Bundesmarine in den Weg stellte. Uns wurde bedeutet, das wir den Kurs auf Tonne H2 - 50 Grad - nehmen sollten, um dann von Tonne zu Tonne das Schießgebiet zu umfahren. Das bedeutete einen Umweg von gut einer Stunde.

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Sicherheitsschiff der Bundeswehr

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Tonne H2 an Steuerbord

Die ganze Zeit waren die drei anderen Boote hinter mir hergefahren. Jetzt, als die Fehmarnsundbrücke in Sicht kam, wurde wieder Gas gegeben. Schnellfahren macht Spaß, wenn man weiß wohin.

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Fehmarnsundbrücke voraus

Man hatte uns empfohlen, auf Fehmarn die Ringwerft in Burkstaaken anzulaufen. Dort könne man mit allem Komfort preiswert liegen. Die Marina Burgtiefe sollten wir meiden. Dort wär zu viel Schiggimiggi bei überhöhten Preisen. Der Empfehlung kamen wir nach und waren angenehm überrascht. Duschbenutzung war im Liegegeld erhalten und von Burgstaaken ist es nur ca eine halbe Stunde Weg bis Burg, der “Hauptstadt” auf Fehmarn. Leider wollten wir nicht lange auf Fehmarn bleiben. Dir Zeit reichte gerade für einen kleinen Rundgang.

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Liegeplätze bei der Ringwerft - Burgstaaken

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Blick auf die Ferienanlage Burgtiefe

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Wo die Ostseewellen trecken an den Strand

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Hafen und Silo Burgstaaken

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Blick auf Burgstaaken

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Start der “Butterdampfer” auf die Ostsee

Nach insgesammt zwei Tagen Aufenthalt, ging die Fahrt weiter. Wir hatten ja ein Urlaubsziel vor Augen. Der Strand vor dem Campingplatz in Dahme sei sehr schön und gut geeignet, sich längere Zeit dort aufzuhalten. Kollege “Peter” hatte dort schon einmal am Strand gelegen. Erstes Etappenziel für diesen Tag war Großenbrode. Dort wollten wir Mittagspause machen, um anschließend bis Dahme weiterzufahren. Im seichten Wasser des Großenbroder Binnensees gingen wir vor Anker.

Bei unserer Ankunft wurden wir argwöhnisch von den Campingplatzbenutzern beobachtet. Einige Leute winkten uns bedeutungsvoll zu, dass wir dort verschwinden sollten. Aber winken ist ja eine freundliche Geste - und so winkten wir freudig zurück.

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Als wir jedoch unsere Camping- und Grillutensilien am Strand aufbauten, wurden die Camper, die offenbar vorwiegend aus Dauercamper aus dem Hamburger Raum bestanden, böse.Wir sollen da verschwinden. Das sei ein privater Campingplatz und der Strand gehöre dazu. Privatbesitz!

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ein erfrischendes Bad tut nach anstrengenden Verhandlung besonders gut

Eigentlich wollten wir ja nur eine kurze Rast machen, unser Mittagsessen verzehren und dann weiterfahren. Als jedoch die Camper tatsächlich die Polizei gerufen hatte, um uns zu vertreiben, musste die Situation nach Recht und Gesetz geklärt werden. Nachdem die Polizei, die mit einem VW-Bus und vier Beamten angerückt war, in ihrer bekannten Art ihr Anliegen vorgetragen hatte und uns aufforderte, unsere Sachen zusammenzupacken und weiterzufahren, kam ich nicht umhin, sie erst einmal über die Zuständigkeit für diesen Fall aufzuklären. - Da ich natürlich mein Handbuch über die Seeschiffahrtstraßenordnung dabei hatte, konnte ich die Beamten der Schutzpolizei davon überzeugen, dass für den Küstenstreifen von 50m Breite, die Wasserschutzpolizei zuständig sei - es außerdem jeden Schiffstreibenden frei steht, den Strandabschnitt für wichtige Verrichtungen zu benutzen. Außerdem gäbe es in der Bundesrepublick keinen “Privatstrand” an Seeküsten.

Wo einem so viel Gutes widerfährt, ist der Ort schon eine Übernachtung wert.

Erst am nächsten Tag setzten wir unsere Fahrt nach Dahme fort - nicht ohne uns in ausgelassener Freude am Strand von Großenbrode zu amüsieren - sehr zum Ärger der Camper . . .

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück brachen wir zur vorerst letzten Etappe auf. Der Strand von Dahme war unser Ziel.

Bei strahlendem Sommersonnenschein machten wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Weg. spiegelglatte See - kein Windhauch kräuselte das Wasser. Das ideale Wetter für Motorbootfahrer - und solche waren auch nur unterwegs - kein Boot hatte Segel gesetzt.

Gegen Mittag lag Steuerbord Voraus der Strand von Dahme. Weithin sichtbar der Strand mit dahinter liegendem Campingplatz. Es war allerdings gar nicht so einfach, mit unseren Booten an den Strand zu gelangen, da das Wasser Stellenweise nur eine geringe Tiefe aufwies. Durch Einsatz eines “Lotsen”, der den Booten im Knietiefem Wasser vorausging, konnten wir mit den Booten bis unmittelbar an den Strand gelangen, wo wir uns in gewohnter Weise festmachten. Für die Lioba bedeutete das, zwei Anker nach Achtern und eine Leine nach vorn mit Erdanker in den Strand.

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Eine Wochen genossen wir bei herrlichem Wetter das faule Leben am Strand. Machten Exkursionen in die nahe Umgebung. Promenierten am Strand von Dahme und ließen am Strand vor Ort gekaufte Drachen steigen. Auch für erfreuliche Anblicke war gesorgt. Täglich legten sich in unmittelbaren Nähe unseres Liegeplatzes hübsche Mädchen zum Sonnen in den Sand. Auch mit den Campingplatznutzern baute sich ein freundliches Verhältnis auf - ganz im Gegensatz zu den Campern von Großenbrode.

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Doch jedes Wetter schlägt einmal um. Nach 6 Tagen briste es auf. Der Wind, der vorher in Stärken um 2-3 für eine angenehme Kühlung gesorgt hatte, erreichte Stärke 3-4 und wehte aus Südost. Die an das Ufer laufenden Wellen nahmen zu, so dass der Bug der “Lioba” sich am Strand “scheuerte” und die “Gangway” hochgeholt werden musste.

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Eine Jolle in unserer Nähe, welche der Eigner nach Rückkehr einfach auf den Strand gezogen hatte, wurde durch Wellenschlag und ablandigem Wind aufs Meer hinausgezogen. Wir bemerkten das Boot erst, als es treibend in schon weiterer Ferne vom Strand auf dem Meer eigenartige “Fahrmanöver” durchführte. Ein Blick durchs Fernglas zeigte dann jedoch, dass sich niemand an Bord befand.Schnell wurde die “Kiki” klar gemacht, um das führerlos treiben Boot zu bergen, was auch gelang. - Als der Eigner später zu seinem Boot zurückkam und wir ihm von der glücklichen Bergung seines Bootes erzählten, war er so erfreut, dass er spontan 50,00 DM “Bergungsgeld” entrichtete. -

Der Wind  blies inzwischen aus dem Osten und hatte weiter zugenommen. Die Wellen, die an den Strand liefen waren so groß, dass die Lioba nicht länger dort liegenbleiben konnte, da sie bei jedem Wellental mit dem Bug auf Grund bumste. Wir mussten weg  um in der nächsten Marina Schutz zu suchen. Die beiden Wellenbinder und auch Peters Kajütboot lagen schon weit auf dem Strand. - Also - “Backsbeeren” zusammengepackt, Vorleine los, Achteranker einholen . . . und dann aufbrechen.

Der erste Anker konnte gut gezogen werden, da er offenbar nicht sehr fest gesessen hatte - der zweite Anker aber wollte sich nicht lösen, saß “bombenfest” - die Lioba machte auch keine Anstalten, weiter in See zu “gehen”, zu sehr blies der Wind von achtern. Der Druck war einfach zu groß. Also mit Maschine nachhelfen? -

Der Motor lief schon - Rückwärts ? ..... aber wer musste ja die Ankerleine einholen. - Ich gab meinem Sohn, 9 Jahre, Anweisung, “wenn ich Zeichen gebe, dann den Rückwärtsgang einlegen - und gaaaaanz leicht Gas geben.” Ich begab mich aufs Achterdeck - es konnte losgehen. Die Lioba bewegte sich rückwärts - ich konnte die Leine einholen. ....... Wenn ich über den Anker wäre, würde ich ihn schon ziehen können.........

Plötzlich gab es einen Ruck - ich fiel um - die Ankerleine bekam Lose . . . . und Rucki-zucki war sie in der Schraube. Na toll !!!

Was war passiert? Mein Sohn dachte, da sich die “Lioba” nach seiner Meinung nicht bewegte - er müsse ein wenig mehr Gas geben.......bei ihm war aber “ein wenig” - fast Vollgas. - Nun hatte wir das Malheur.- Ich probierte noch ein paar Mal vor- und zurück, aber die Schraube drehte sich nicht mehr.

“So, nun ist es aus.” sagte ich. Damit hatte sich bei meinen Kindern aber wohl die Vorstellung ausgebreitet “es ist aus mit dem Leben” - denn mein Sohn jammerte ganz kläglich “Ich will aber noch nicht sterben.” - welch eine Angst muss sich bei ihm breit gemacht haben, auf solch einen Gedanken zu kommen? Meine Tochter war ganz still - tat keinen Mucks.

“In unmittelbarer Strandnähe absaufen? Keine Angst.Wir sind doch am Strand. Spring über Bord und gehe an Land: Du kannst doch auch schwimmen.” Konnte ich meinen Sohn beschwichtigen.

Die Lioba hatte sich inzwischen seitlich in den Wind gedreht und trieb auf das Ufer zu. Viele von den Campern hatten unserer Abfahrt beigewohnt um uns zu verabschieden. Jetzt hatten sie auch unser Malheur beobachtet und wollten helfen und durch  “Abhalten” verhintern, dass die Lioba an den Strand geworfen wurde. Mehrere Personen drückten an  Gangbord und Relig das Boot in Richtung See . . . vergeblich - bei jeder Welle hob sich die Lioba und mit ihnen die “Helfer”, die mit zappelnden Beinen an der Reling in der Luft hingen. - Es kam, was musste - die Lioba lag gestrandet auf der Seite am Strand von Dahme.

Eigentlich war guter Rat jetzt teuer - doch er kam von einiger der Camper kostenlos. Erst einmal musste die Ankerleine, die sich etliche Male mit der Schraube um die Antriebswelle gewickel hatte, entfernt werden. Mit Badehose und “Pucksäge” stieg ich in die Fluten. Da die Lioba auf der Seite lag, war an den Propeller gutes  Herankommen. Die Arbeit musste zunächst beim Herannahen der Wellen unterbrochen werden. Die “Brecher” schlugen über mir und dem ganzen Achterdeck zusammen. So ging es nicht gut voran. Ein Camper kam nach einiger Zeit mit einem Neoprenanzug - den angezogen und “gesägt” - machte die Arbeit rasch Fortschritte. Beim Herannahen der Brecher war ich am Anfang immer Beiseite gegangen - jetzt wurde kurz der Atem angehalten und gesägt. Nach einer Stunde war der Propeller frei - unbeschädigt.

Wir beratschlagten, wie es weitergehen sollte. Nach einiger Zeit fanden wir eine Lösung. Die Ausführung dieser Arbeit sollte aber erst am nächsten Tage erfolgen - falls die Lioba noch unversehrt war und nicht von den über sie einschlagenden Brechern auseinander gebrochen wäre.

Nach einer unruhigen Nacht, die ich von Alpträumen verfolgt an Bord der “Kiki” verbracht hatte, ging es ans Werk die Lioba wieder flottzumachen. Sie lag immer noch auf der Seite am Strand. Meine schlimmen Befürchtungen, sie könne von der anrollenden See zerschlagen und zu einem Wrack geworden sein, haben sich Gott sei Dank nicht bestätigt.

Nach dem Frühstück kamen auch schon die ersten Camper, um zu helfen. Einer hatte einen Feuerwehrschlauch besorgt, ein anderer eine “Tailje” (Flaschenzugrolle) Nun zeichnete es sich aus, dass die Dalben für die im Winter zuvor durch Eisgang zerstörte Seebrücke gerade vor und während unserer Ankunft neu gerammt worden waren.

Ein beherzter Schwimmer mit Taucherausrüstung schwamm zum äußersten Dalben und befestigte daran die Rolle. In einer Reihe mit den Dalben stand an Land eine Winde - glücklicher Zufall - mit der die Boote der Camper und deren Trailer an Land gezogen werden konnten. Das Tau der Winde wurde durch die Rolle an dem Dalben und zurück zur Lioba geführt. Dabei musste das Seil ein paar mal verlängert werden. Der Feuerwehrschlauch wurde um die Scheuerkante der Lioba gelegt und mit dem Seil verbunden. Ein paar kräftige Männer an der Winde und am Rumpf der Lioba sorgten nun dafür, dass das Boot bei jeder anrollenden See, bei der sich die Lioba ein klein wenig anhob, in Richtung See gedrückt und gezogen werden konnte. Unsere Bemühungen zeigten Erfolg. Nach ca. einer guten Stunde Arbeit schwamm die Lioba wieder. In sicherer Tiefe wurde ein Buganker geworfen. Der Motor gestartet -----und welch ein Wunder, er lief. Jetzt aber nix wie weg hier.

Der Wind hatte sich inzwischen zu einem Strurm ausgeweitet, der mit Stärke 7-8 aus Osten blies. Die See war 2m hoch. Stephan war bereit, mich auf der Fahrt zum Hafen Großenbrode zu begleiten. In Neoprenanzügen, die uns die netten Camper ausgeliehen hatten,  mit umgelegten Rettungswesten und einem gehörigen “Ködel” in der Hose, ging die Fahrt in Richtung Großenbrode. Die Lioba ein Spielball der Wellen. Wegen der hohen See konnte nur mit halber Kraft gefahren werden, da der Bug bei voller Fahrt zu tief eintauchte, die Wellen über das Vorschiff einschlugen.

Nach etwa 20 Minuten Fahrt, wo sich unsere anfänglich Nervosität und Angst ein wenig gelegt hatte, bat ich Stephan, doch einmal in den Motorraum zu schauen, um zu sehen wie es dort aussah. Der Motor machte m.M. nach andere Fahrtgeräusche, als ich sie gewohnt war. - Als er die Luke zum Motorraum öffnete, bot sich uns ein beänstigender Anblick. Der Raum war halb unter Wasser. Hinter dem Getriebe befand sich ein fontänenhafter Wasserwirbel. “Wir haben ein Leck” war meine Befürchtung. “Bevor wir hier auf See absaufen, setze ich die Lioba lieber wieder auf den Strand.”

Also Lenzpumpen an und zurück. Meine Befürchtung, das eindringende Wasser könne schneller steigen, als die Lenzpumpen in der Lage waren, es abzupumpen, erwies sich als unbegründet. Das Wasser im Motorraum wurde weniger. Erleichterung machte sich breit. Als wir wieder in Dahme waren, war der Motorraum leer. Ich legte  an den Dalben der noch nicht wieder fertiggestellten Seebrücke an. Trotz guter Abfenderung konnte nicht verhindert werden, dass die Lioba unsaft gegen die Dalben gedrückt wurde, wo eine der Scheiben der Achterkajüte zu Bruch ging. So war ein Liegen unmöglich. Ich musste hier weg.

Nach Inspektion des Motorraumes war auch kein Leck zu finden. Das Wasser war vermutlich durch die übergehende See während der nächtlichen Liegezeit am Strand in den Motorraum eingedrungen. Die “Wasserfontäne” war  von der sich drehenden Antriebswelle, in deren Mitte sich ein dickes Doppelkreuzgelenk befand, verursacht worden.

Erneuter Aufbruch nach Großenbrode. Diesmal musste ich ganz alleine fahren, da Stephan nicht  bereit war, mich noch einmal zu begleiten. Auch sonst fand sich niemand, der bereit gewesen wäre, mich auf meiner “selbstmörderischen Fahrt” zu unterstützen. Zu stark waren See und Wind, als das sie den Mut zu dieser Fahrt aufgebracht hätten.

Ich muss zugeben - auch ich wäre unter diesen Umständen nicht freiwillig an Bord eines Bootes gegangen. Doch die Angst um die Zerstöung der gerade fertiggestellten Lioba war größer, als die Angst um mein Leben. So trat ich also denn die “Höllenfahrt der Lioba” an.

Welch eine Fahrt. Mit gedrosselter Geschwindigkeit, versuchend die großen Wellen von vorn zu nehmen, kurbelte ich am Ruder herum. Dabei hatte ich Mühe, mich auf den Beinen zu halten, denn ich konnte trotzdem nicht verhindern, dass Wellen, die von der Seite kamen, die Lioba gehörig ins “Rollen” brachte. Dabei musste ich weit auf See hinausfahren. Mir war laut Eintragung auf der Seekarte bekannt, dass sich zahlreiche große Steine in Ufernähe befanden, die auch auf der Hinfahrt zu sehen gewesen waren. Die waren zwar durch um sie herum eingerammte Pfähle kenntlich gemacht, aber bei der hohen See, mit Wellen von 2- 3m waren die nicht mehr zu erkennen. Die Gefahr, auf einen der Steine aufzuschlagen, war zu groß, als dass ich weiter unter Land hätte fahren können.

Stunde um Stunde verging. Ich hatte mich allmählich an die stürmische See gewöhnt. Seekrankheit war noch nie ein Thema für mich. Der Sturm hatte noch zugenommen. Wie ich später erfuhr - Windstärken um 8, in Böhen bis 10-11. Die See “kochte”. Die Angst war inzwischen einer Schicksalserbenenheit gewichen. Ich hielt nur noch Ausschau, wo ich günstig an Land kommen könne, falls die Lioba kenterte. Mit Neoprenanzug und Schwimmweste ausgerüstet, war ich sicher, dass ich mich als guter Schwimmer an Land hätte retten können, falls es zum Schlimmsten kommen sollte. Auch blies der Wind ja in Richtung Land.

Nach ca. zwei Stunden Fahrt kam ein Schiff aus weiter Ferne aus der ansonsten menschenleere See auf mich zu. Das Schiff entpuppte sich beim Näherkommen als ein Rettungskreuzer der DGzRS. Es handelte sich um das in Großenbrode stationierte Boot, welches von den Campern in Dahme alarmiert worden war, dass sich da noch ein “Verrückter” auf See befände. Der Seenotrettungskreuzer war ausgelaufen, um mir Hilfestellung zu geben. Als sich der Kreuzer auf meiner Höhe befand, drehte er bei und bedeutete mir, neben ihm herzufahren. Eine Verständigung über Seefunk war nicht möglich, da ich zu dem Zeitpunkt noch kein Funkgerät an Bord hatte.

Noch brauchte ich keine Hilfe, aber es war ein sehr beruhigendes Gefühl zu wissen, dass im Notfall jemand in der Nähe wäre, der helfen könne.

Nach insgesammt fünf Stunden Fahrt kam Großenbrode in Sicht. Noch im vorgelagertem “Großenbrooder Binnensee” waren die Wellen 1,5 Meter hoch. Der Yachthafen war proppevoll. Viele Boote, darunter  große Segelyachten, hatten vor dem Sturm hier Zuflucht gesucht. Am Hafenkopf musste ich quer zur Fahrtrinne an einem Segler als 5 Boot längseits gehen, weil keine Plätze mehr frei waren. “Wo kommst du denn jetzt noch her”? - Ungläubiges Staunen, “mit solch einem Boot, bei dem Sturm auf See” ???

Froh über den  glücklichen Ausgang der Reise, rief ich auf dem Campingplatz in Dahme an, um den Zurückgebliebenen von dem gutem Abschluss zu berichten. Welch ein Gefühl, es überstanden zu haben.

Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Taxi zurück nach Dahme, um meine Kinder und den Kater abzuholen, denen ich natürlich solch ein Abenteuer nicht zugemutet habe. Vier Tage haben wir dann im Yachthafen Großenbrode gelegen, um das Ende de Sturmes abzuwarten.

Nachdem der Sturm vorüber war, machten wir uns wieder auf den Weg nach Dahme. Meine Kollegen lagen  hoch auf dem Strand. Sie hatten ihre Boote vor der immer höher ansteigenden See an Land gezogen. Jetzt mussten die Boote mit viel Mühe wieder ins Wasser bugsiert werden. Nach dem das geschafft war, setzten wir am nächsten Tag unsere Reise fort. Travemünde war unser Ziel. Nach gut 3 Stunden Fahrt über die Ostsee, kam Travemünde in Sicht.

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Travemünde mit Hotel “Maritim” voraus

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Touristendampfer vor der Travemünde

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Leuchtfeuer Mündungsmole Trave

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Stefan mit seinem Wellenbinder “Bonito”

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Stefan vor der “Passat”

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Noch eine Fähre

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Strand und Columbia-Hotel mit Kasino Travemünde

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“He lucht”

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Fähre Travemünde-Trelleborg und “Musikdampfer”

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Halbinsel “Priwall” mit der “Passat”

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Traveschippern - bis höchsten 1 Meile auf See

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Auf der Trave. Blick zurück nach Travemünde

In Travemünde fanden wir nach langem Suchen im Hafen vor den Fähranlegern noch einen Liegeplatz für unsere 4 Boote. - Preise . . .  nach zähem feilschen und verhandeln mit dem Hafenmeister, wies er uns in der hintersten Ecke einen Platz zu, wo wir alle beisammen liegen konnten - “aber nur für eine Nacht” . . . “Vagabunden” wie wir, passten nicht in das “mondäne Travemünde”.  Fürs Kasino waren wir sicher nicht das richtige Klientel. Am Abend haben wir uns noch ein wenig in Travemünde umgeschaut. Es gab gerade ein Fest mit zahlreichen Ständen und Bierbuden. Nichts besonderes. Travemünde wäre ohne Strand und Kurbetrieb auch nur ein Provinz-Städtchen.

Am nächsten Morgen ging es auf der Trave weiter bis Lübeck.

Fortsetzung folgt

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